Juni 4, 2009

Der ausführliche Unterrichtsentwurf – ein Problem?

Was ist ein guter Unterrichtsentwurf? Die Frage stellen sich nicht nur verzweifelte Lehramtsstudenten jedes Mal aufs Neue, wenn sie wieder über der schriftlichen Darlegung von Unterricht für ihre nächste Stunde sitzen. Für einen „guten“ Unterrichtsentwurf gibt es keine allgemeingültigen Richtlinien. Verschiedene Schulpädagogen haben Gütekriterien veröffentlicht, fast jedes Fach an der PH hat eine eigene interne Anleitung zum Verfassen eines ausführlichen Unterrichtsentwurfes.

Was rein formal zu einem Unterrichtsentwurf gehört scheint dagegen klar zu sein. Bedingungsanalyse, Sachanalyse, die didaktische Analyse, Methoden und Ziele. Doch fällt es vielen schwer die einzelnen Punkte voneinander zu trennen, zu strukturieren und auch mit den richtigen Inhalten zu füllen.

Zu den Problemen von Studierenden beim formulieren eines ausführlichen Unterrichtsentwurfes habe ich einige Thesen entwickelt:

These 1: Studenten gelingt es nicht zwischen den verschiedenen Textstrukturen des Unterrichtsentwurfes zu unterscheiden und zu wechseln. (Ist die Bedingungsanalyse rein deskriptiv? Die Sachanalyse ein rein „wissenschaftliches Schreiben“? Wo muss ich meine eigene Entscheidungen treffen und vor allem begründen?)

These 2: Der Inhalt eines Unterrichtsentwurfs ist oft unklar. (Was ist eine didaktische Analyse? Was ist der Unterschied zu den Methoden und Zielen?)

These 3: Sinn und Zweck eines Unterrichtsentwurfes fehlen. (Warum und für wen muss ich das Schreiben? Ich weiß doch schon alles!?)

These 4: Studenten orientieren sich bei dem Verfassen eines Unterrichtsentwurfes oft an Beispielen und so werden Fehler übernommen.

These 5: Praktische Erfahrungen fehlen, daraus resultieren Fehleinschätzungen im Entwurf. („Klar bekomme ich das alles innerhalb von 45 Minuten durch.“)

These 6: Das generelle Problem des „leeren Blattes“. Wie bekomme ich das, was ich weiß, aufs Papier?

Wie sind eure Erfahrungen beim Erstellen eines ausführlichen Unterrichtsentwurfes? Was gibt es für Lösungsvorschläge um Studierenden zu helfen?

Mai 9, 2009

LdL Tag in Ludwigsburg

Heute bin ich in ein kleines Dilemma geraten. Einerseits musste ich lernen, da die letzte Prüfung bald bevor steht. Andererseits war heute aber auch der LdL Tag an der PH Ludwigsburg. Wie der Name dieses Artikels schon erahnen lässt, habe ich mich für den LdL Tag entschieden und bin nun – im nachhinein – wirklich froh darüber!

Zuerst ein ganz großes DANKE SCHÖN an alle Beteiligten. Von den Referenten, über die Besucher, bis hin zu den Kommilitonen und natürlich an Christian Spannagel. Den Einstieg gestaltete Joachim Grzega mit einem Vortrag über „Das Leben für Lerner und Lehrer spannender machen – Eine Einführung in LdL“ zusammen mit einem Comic von Kathrin Gaißer. Danach verteilte sich das Publikum in verschiedene Workshops. Einen würdigen Abschluss voller Euphorie bot „the godfather of LdL“: Jean-Pol Martin.

Meine persönlicher Held des Tages ist aber Torsten Larbig . In seinem Workshop „Mit LdL anfangen“ hat er nämlich tatsächlich LdL angewendet. Leider war er von all den Leuten, die ich an diesem Tag gesehen habe, der Einzige. (Was wiederum für einen LdL Tag ein wenig Schade ist.) Die anderen Workshops und Vorträge haben aber auch eine Fülle an neuen Anstößen hervorgegangen und es war insgesamt ein interessanter, aufschlussreicher und sehr inspirierender Tag!

Wer leider nicht dabei sein konnte: http://ldl.mixxt.de/ – Es wurde alles aufgezeichnet. Viel Spaß!

April 15, 2009

Die Kanondebatte

Nach der Prüfung ist vor der Prüfung! Neustes Thema, die Kanonbebatte.

Die Fakten: Kanon bedeutet in etwa Richtlinie, Maßstab. Ein Bücherkanon ist eine Anzahl an literarischen Werken, die gelesen werden sollen/können/müssen. Seinen Ursprung findet das Wort in der Theologie. Der wohl bekannteste Kanon ist das Neue Testament. In der Literatur, speziell natürlich für die Schule, gibt es nicht DEN einen Kanon. Die Kultusministerien haben für jeweils ihr Bundesland lediglich Leseempfehlungen ausgegeben. Meistens entscheidet die Schule oder gar der Lehrer selbst, was von den Schülern gelesen wird. Dort, wo noch am ehesten von einem Kanon gesprochen werde kann, ist die gymnasiale Oberstufe. Die Kanondebatte bricht deswegen immer wieder von Neuem auf. In jedem Jahrzehnt unter einem anderen kulturellen, gesellschaftlichen, politischen Hintergrund.

Die Pro’s:

  • Zur Allgemeinbildung gehört es, gewisse Werke zu kennen. Sie gehören zum kulturellen Reichtum und zur Tradition unserer Gesellschaft und sollten deswegen von Generation zu Generation weiter getragen werden. Deswegen brauchen wir einen Kanon. (Kanon als kulturelles Kapital)
  • Oft sind diese Werke die Voraussetzung für Gruppenzugehörigkeit. (Du fängst an zu studieren und hast noch nie etwas von Goethe gehört?) Um Ausgrenzung zu vermeiden ist ein Kanon deswegen notwendig.
  • Ein Kanon hilft die Fülle der literarischen Werke zu meistern. Stell dir vor, du kommst in ein neues Land, willst dich mit der Kultur/Literatur auseinander setzen und hast keine Ahnung womit du  beginnen sollst. Ein Kanon bietet grundlegende Werke, die – im besten Fall – die Gesellschaft, Geschichte und Kultur dieses Landes wiederspiegeln. Ähnlich kann man dies auch auf die Schule ummünzen. (–> Kinder als Leseanfänger. Wobei sie natürlich schon vorher meistens an Literatur durch Vorlesen der Eltern, etc. herangeführt wurden).
  • Es gibt eh schon verdeckte Kanones. Meist geprägt durch Verlage (Schulbücher) oder Werken, die irgendwann mal angeschafft wurden und dann einfach innerhalb der Schule von Klasse zu Klasse weitergereicht werden. Deswegen ist es wichtig aus den verdeckten Kanones, einen offenen, allgemeingültigen Kanon zu machen.
  • In Zeiten des Zentralabis und der vergleichenden Arbeiten muss es Chancengleichheit geben.

Die Kontra’s:

  • Wer entscheidet, welche Werke in einen Kanon kommen und welche nicht? Welche Maßstäbe und Gütekriterien werden für einen Kanon festgesetzt? Welche Person oder Kommission sollte soviel Macht haben, einer Gesellschaft einen festen Kanon vorzuschreiben?
  • Ein Kanon bedeutet immer Ausschluss von Werken. Wie kann dann von Allgemeinbildung gesprochen werden.
  • Stichwort Identitätsbildung:  Die private Freizeitliteratur und die aufgezwungene Literatur aus der Schule bilden Teile unserer Persönlichkeit. Jeder erinnert sich noch an mindestens ein Buch, dass er in der Schule gelesen hat. Deswegen sollte es jedem selbst überlassen sein, was er liest.
  • Sollen in der Schule nur Romane gelesen werden? Was ist mit Lyrik, Dramen, Kurzgeschichten, etc.? Wie setzt man einen möglichst breit gefächerten Kanon zusammen und wo zieht man eine Grenze? Wie schaffen es aktuelle Werke in einen Kanon, die unsere jetzige Zeit wiederspiegeln?
  • Goethe hat in seinen Anfängen die damals gängige Literatur (einen Kanon) verworfen und selbst neue zeitgemäße Dinge geschrieben. Vielleicht sollten wir dem Beispiel folgen? Weg mit 300 Jahre alten Werken, her mit aktuellen Büchern!

Das sind nur einige Aspekte zur Kanondebatte. Im Moment gibt es viele Kanones. Es gibt Kanones für klassischen Werke, Lyrik, Frauenliteratur, etc. Meistens wurden sie von Einzelpersonen festgelegt und als Literaturempfehlungen veröffentlicht.

März 25, 2009

Psychologie und ich

Ich bin heute mit einem wichtigen Werk meiner Grundlagenliteratur fertig geworden. Zimbardo/Gerrig: Psychologie. Ein dicker Wälzer mit fast 1000 Seiten. Ein Standartwerk. (Ich habe allerdings nur ausgewählte Kapitel gelesen) Wirklich gut war, dass es leicht und sehr verständlich geschrieben ist. Fast alles wurde mit anschaulichen Beispielen verdeutlicht, die Geschichten aus der Forschungen waren zum Teil erschreckend, zum Teil amüsant. Gut, bei 1000 Seiten bleibt die eine oder andere Durststrecke nicht aus, aber alles in allem habe ich schon viel ermüdendere Grundlagenliteratur in Händen gehalten. Mein absoluter Favorit ist Kapitel 17: Soziale Prozesse und Beziehungen. (Dinge, die ich niemals über mich und mein Verhalten wissen wollte – oder so ähnlich.)

Meine Favoriten in Kürze:

  • Kognitive Dissonanz – Ist so etwas wie der innere Kompromiss. Du triffst eine Entscheidung/Handlung, die im Widerspruch zu deinen Gefühlen/Überzeugungen steht und versuchst dann diese inneren Spannungen abzubauen. Ein Beispiel: Du nimmst dir vor fünf Kilo abzunehmen und ißt direkt zwei Stunden später ein Stück Schokoladenkuchen. Du weißt, dass das für eine Diät nicht grade hilfreich ist und so entsteht eine innere Spannung. (Du bekommst ein schlechtes Gewissen, etc. direkt danach oder morgen auf der Waage).
  • Fundamentaler Attributionsfehler: Dabei handelt es sich um die Überschätzung persönlicher Faktoren (dispositionaler Faktoren) und die Unterschätzung situationsbedingter Faktoren (situative Einflüsse). Das klassische Beispiel…Ich warte am Bahnhof auf jemanden, der nicht pünktlich erscheint. Ich denke: Oh man, so ein *****. Wie kann er mich nur warten lassen? Der wird was zu hören bekommen. Ist ja mal wieder typisch für den. Nie pünktlich und nun stehe ich hier in der Kälte. Und noch nicht mal ein Anruf. – Damit begehe ich einen fundamentalen Attributionsfehler. Ich schiebe die Schuld ausschließlich auf die Person.
    Die Alternative wäre… Ich warte am Bahnhof auf jemanden, der nicht pünktlich erscheint. Ich denke: Oh, so ein Pech. Da hat die Bahn mal wieder Verspätung. Und wahrscheinlich ist er grade in einem Funkloch und kann deswegen nicht anrufen. Das kann jedem doch mal passieren.
  • Self-Serving Bias (selbstdienende Verzerrungen): Die meisten Leute neigen dazu, die guten Dinge, die ihnen wiederfahren sich selbst zuzuschreiben und die schlechten Dinge auf die Umgebung zu schieben.
    Ich habe eine Prüfung bestanden, weil ich so kompetent und gut vorbereitet war/Ich habe die Prüfung nicht bestanden, weil der Prüfer unfaire Fragen gestellt hat. – Ich habe eine gute Unterrichtstunde gehalten, weil ich eine geniale Idee hatte und die Schüler wunderbar motivieren konnte./Meine Unterrichtsstunde ist schlecht verlaufen, weil die Klasse heute vollkommen überdreht war und der Junge aus der letzten Reihe ständig alle aufgemischt hat.

R.G. Zimbardo & R.J. Gerrig, Psychologie, 16. Auflage, 2004, München: Pearson

Februar 16, 2009

Die Alufolie und ICH

Erklärung zum Titel: Durch meine Prüfungsvorbereitungen (Utopien und Science Fiction) bin ich inzwischen auf einem Level an Verschwörungstheorien angelangt, bei dem es nicht mehr lange dauert, bis ich mir einen Hut aus Alufolie auf den Kopf bastel und mich mit einem Baseballschläger bewaffnet auf mein Dach setze.

Warnung: Im Folgenden gebe ich nun ein paar meiner neu angelesenen Lieblingstheorien zum Besten. Ich warne jeden vor, dass euch das gleiche Schicksal ereignen könnte, wie ich es oben beschrieben habe. Lesen auf eigene Gefahr! ;)

(Oh…ich sollte noch erwähnen, dass die Theorien nicht von mir stammen, sondern von sehr angesehen SF-Autoren, die ich in den letzten Wochen echt zu schätzen gelernt habe. Alle Theorien beinhalten klassische Elemente der Science Fiction.)

1. In die „Ausstrahlung“ von H.W. Franke wird die Theorie aufgestellt, dass jeder von uns Gehirnwellen aussendet mit denen Telepathie möglich wäre.  Solche Wellen sind manipulierbar und damit sind wir alle durch eine zentrale Stelle steuerbar. Wir haben also keine Gewalt mehr über unser eigenes Denken oder Handeln. Das erklärt auch, warum wir Dinge tun, die wir eigentlich nicht tun wollen. Wir werden fremdgesteuert und haben keine Wahl.

2. In diversen Geschichten wird die Theorie von der Welt als Computerspiel aufgestellt. Das, was wir als „Gott“ bezeichnen, ist der Programmierer, der (mehr oder weniger) künstliche Intelligenzen erschaffen hat, die nun das Spiel an sich mitgestalten. Ein Beispiel: Das Universum ist nicht unendlich. Das Spiel ist nur so programmiert worden, dass es von unserer Position (als Teil des Spiels) so aussieht. Es wäre ja auch sonst eine enorme Verschwendung an Speicherplatz. Nur leider sind wir dabei das Spiel ganz gewaltig in den Sand zu setzen….

3. Durch jede Entscheidung, die wir treffen entsteht ein Paralleluniversum. Ich entscheide mich morgens für Rühreier…*plopp*…in einem anderen Universum gibt es Müsli. Die Theorie besagt, dass jeder von uns mit jeder Entscheidung, die er trifft eine neue Realität erschafft. Natürlich kann man auch sagen, dass wir „nur“ in einer dieser entstandenen Welten leben und gar nicht unser Ursprungs-Ich sind. (Soweit es so etwas überhaupt gibt). Das bedeutet, dass es unendlich viele Welten/Versionen von uns und unserem Leben gibt.

4. Sind Menschen überflüssig? Als dominante Spezies haben wir versagt. Wir haben innerhalb von nur 200 Jahren unseren Lebensraum empfindlich geschadet. Ist es also dann nicht eine logische Folge, dass wir abgelöst werden? Isaac Asimov, der Entwickler der Robotergesetze, hat die Überlegung aufgeworfen, dass wir eines Tages von unserer eigenen Schöpfung – von künstlichen Intelligenzen – einfach ersetzt werden und das das vielleicht auch nicht unbedingt so schlecht ist…

zu 1) Quelle: H.W. Franke, Der grüne Komet. Science Fiction Erzählungen, Frankfurt/M. 1989, S.81f.

zu 4) Quelle: Isaac Asimov, Die exakten Geheimnisse unserer Welt. Bd.2: Bausteine des Lebens, München 1986, S.331 [1], 334 [2].

Februar 9, 2009

Utopie

Ich bin im Moment fest in die Prüfungsvorbereitungen eingespannt. Im Sinne des kollektiven Wissens stelle ich Teile meiner Zusammenfassungen online. Ideen zur didaktischen Umsetzungen sind erwünscht! :-)

Das Wort Utopie kommt aus dem altgriechischen und bedeutet in etwa „Nicht Ort“. Der Begriff wurde von Thomas Morus Buch „Utopia“ (1516) übernommen. Es gibt verschiedene Arten von Utopien (soziale, religiöse, technische, etc.). Der gemeinsame Nenner ist, dass Utopien ein absolutes Ideal beschreiben. Eine Welt, Gesellschaftsordnung, Gemeinschaft, etc., die so wie sie beschrieben wird, nicht realisierbar ist. Den Gegensatz dazu bildet die Dystopie (Anti-Utopie).

Die klassische, soziale Utopie entsteht immer aus einem Mangel heraus. Etwas fehlt (oder läuft falsch) in der Gesellschaft und der Autor prangert diesen Mangel an. Durch den Mantel der Utopie wird er vor der Zensur geschützt. Klassische Merkmale einer Utopie ist ein dreigliedriger Gesellschaftsaufbau (nach dem Modell von Platon). Das 3er Modell kann sowohl gut, als auch schlecht sein. Viele Utopien entwickeln eine Rahmenhandlung, die der Utopie eine fiktive Authentizität gegeben. („Ich habe hier den Bericht von einem, der dort war“). Ähnlich der Reiseberichte aus der Neuzeit. Deswegen wird die Utopie auch oft in „Ich“ Perspektive erzählt. In der klassischen Utopie ist der Ort der Utopie nicht außerhalb der Erde. Oft ist der Ort der Handlung eine Insel. (Etwas das abgeschlossen ist, fern der Außenwelt, eine autarke Gesellschaft.)

In der Grundschule gibt es hauptsächlich Science-Fiction Bücher und kaum Utopien. Ein Beispiel für ein Utopie-Kinderbuch ist „Wir bauen eine neue Welt, Willi Wiberg“ (Gunilla Bergstöm).

Ideen zur Umsetzung des Themas in der Schule:

… beschreibe/male/plane die perfekte Schule, den perfekten Schultag, Schulhof, etc. Fächerübergreifender Unterricht. In Kunst sollen sie die perfekte Schule malen, in Deutsch beschreiben, etc. Habt ihr noch weitere Ideen?

Dezember 11, 2008

Herzlichen Glückwunsch

Liebe Menschenrechte,

ich wünsche Euch alles Gute zum 60. Geburtstag. Zugegeben, einen Tag zu spät, aber nach 60 Jahren ist das hoffentlich verzeihbar. Ich bin dankbar, dass es euch gibt und hoffe, dass ihr selbst und das, wofür ihr steht, in all eurer Pracht Anerkennung und Umsetzung auf der ganzen Welt findet! Auf die nächsten 6-600 Jahre.

Herzliche Grüße,

„Ein Mitglied der Gemeinschaft der Menschen“ (aus Präambel der Menschenrechte)

Gestern vor 60 Jahren, am 10.12.1948, wurde die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von der UN-Generalversammlung angenommen. Sie wurde geschrieben im Nachsinnen über die Gräueltaten des Zweiten Weltkrieges und ist seit dem von fast allen Staaten anerkannt worden. Leider bedeutet ‘anerkennen’, nicht gleich ‘umsetzen’. Es gibt viele Staaten in denen zumindest Teile der Menschenrechte mit Füßen getreten werden. Teils durch die Regierung selbst, teils durch einzelne Bürger ohne das der Staat es unterbindet. Und dabei handelt es sich nicht nur um kleine „Dritte-Welt“ Staaten, deren Namen sowieso niemand kennt. Auch einige als so fortschrittlich angepriesene Industrieländer, verstoßen täglich gegen einzelne Menschenrechte. Das Recht auf einen ordentlichen Prozess, das Recht auf Meinungsfreiheit, das Recht auf Selbstbestimmung des Ehepartners – um nur einige zu nennen. Es ist traurig zu sehen, dass sich einige Staaten offenbar willkürlich die Rechte aussuchen an die sie sich halten wollen und die anderen einfach ignorieren.

Trotzdem bin ich dankbar und froh, dass es die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte gibt. Vielleicht war und ist es ein utopische Gedanke, dass die Welt mit gemeinsamen Grundsätzen endlich zur Ruhe kommt. Doch ist dadurch ein Anfang geschaffen worden. Ein Schritt auf der „Grundlage von Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden“.

Dezember 6, 2008

Landeslehrpreis 2008

Gestern wurde an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg der Landeslehrpreis Baden Württembergs verliehen. Den Preis gibt es seit 1995 und wird seit dem (fast) jedes Jahr vergeben. Ausgezeichnet werden Personen und Projekte, die für eine besonders gute Lehre stehen. Der Preis wird vom Wissenschaftsministerium des Landes vergeben und ist auf 20.000 Euro dotiert. Das besondere an diesem Preis ist, dass Studierende maßgeblich mit an der Vergabe beteiligt sind. Sowohl im internen Hochschulverfahren, als auch bei der landesweiten Vergabe. Denn wer kann die Lehre besser beurteilen, als die Rezipienten selbst?

Dieses Jahr wurde der Preis aufgeteilt und an drei verschiedene Hochschulen vergeben. Dr. Ruth Michalek und Ulrich Kirchgäßner von der pädagogische Hochschule Freiburg erhielten den Preis für „STEP – Studieneingangsphase“. Dieses Programm soll Erstsemestern den Einstieg an der Hochschule erleichtern. Durch Tutoren aus höheren Semester und verschiedenen Aufgaben und Programm werden die Erstsemester gezielt an das Leben und Arbeiten an einer PH herangeführt. Hilfloses herumirren in den ersten Wochen – Ade!

Dr. Andreas Schwab von der PH Freiburg überzeugte mit seinem Projekt „Stadt- und geländeklimatologische Untersuchungen in der Region Bodensee-Oberschwaben“. In praktischer Arbeit untersuchten die Studierenden verschiedene klimatologische Gegebenheiten der Region rund um Weingarten. Die Ergebnisse wurden an das Stadtplanungsbüro weitergereicht.

Dr. Christian Spannagel, Mathematik- und Informatik Dozent an der PH Ludwigsburg, erhielt den Preis für sein Konzept „Web 2.0 in der Lehre“. Dabei geht es um die Öffnung von Seminaren nach außen mit Hilfe von Web 2.0 Anwendungen wie Wikis, Blogs, Foren, etc.. Bei seiner Präsentation lieferte Dr. Spannagel ein hervorragendes Beispiel für dieses Konzept. Die Öffnung seines Informatik-Didaktik Seminars, die daraus entstandenen Verbindungen und die damit verbundene Entstehung der Maschendraht-Community.

Schade ist, dass bei der Verleihung selbst, kein studentischer Vertreter zu Wort gekommen ist. Deswegen möchte ich auf diesem Weg „vielen Dank“ sagen für das großartiger Engagement und den unermüdlichen Einsatz der Preisträger für ihre Studierenden. Es tut gut zu sehen, dass herausragende Lehre wirklich existiert und auch in solch gelungenen Projekten zur Anwendung kommt!

Dezember 1, 2008

Advent „s“ kalender?

Das Deutsch ≠ Deutsch ist, ist wohl allgemein bekannt. Teilweise reicht es aus rund 100km im eigenen Land zu fahren um die Welt nicht mehr zu verstehen. Das Deutsch aus Deutschland und Deutsch aus Österreich sich unterscheiden, wundert dann auch nicht mehr. Heute bin ich aber (aus gegebenem Anlass des 1.Dezembers) auf ein schönes Beispiel gestoßen. Den Advent „s“ kalender.

Laut Duden heißt es in Österreich Adventkalender und in Deutschland Adventskalender. Ein zusätzliches Fugen-S ist kein dramatischer Unterschied. Andere Länder, andere Sitten, andere Advent(s)kalender. Dann habe ich den Adventkalender (ohne s) allerdings mal gegooglet und festgestellt, dass es wohl doch keine rein österreichische Erfindung ist. Auch in Deutschland scheint das Wort durchaus verbreitet zu sein.

Ich frage mich nun – WO? Wer kennt den Adventkalender?

November 27, 2008

chain link

Ich glaube, dass ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehne, wenn ich annehme, dass jeder, der das hier liest, über eine eigene E-Mail Adresse verfügt. Vermutlich sogar zwei oder mehr. Über E-Mail, Kontakte herzustellen und auch in Kontakt zu bleiben, ist heute für viele Millionen Leute ganz normal. Das betrifft sowohl den privaten Bereich („Hey, Kino heute Abend?“), als auch die geschäftlichen Kontakte („Meeting verschoben auf…“). Warum auch nicht? E-Mails brauchen keinen Tag bis sie zugestellt werden, sie gehen eher selten verloren und man muss nicht wegen jeder Kleinigkeit 10 Minuten am Telefon hängen. Alles sehr praktisch also…

Schwieriger wird es da schon mit anderen Internetkommunikationsmedien. Blogs, Twitter, Wikis, Foren, Chat, etc. Für viele ein Begriff und von vielen auch genutzt. Allerdings hauptsächlich zu privaten Zwecken. Wer twittert schon mit seinem Chef? Dabei bieten diese Anwendungen ein enormes Potenzial zur beruflichen Vernetzung. Konfernzen in einem Forum, Brainstorming per Wiki, Unterricht über Skype. Die Möglichkeiten sind nach oben offen, doch leider oft ungenutzt.

Einen Einstiegshilfe bietet die Maschendraht-Community. Hier soll es Lehrern, Studenten, Schülern, Professoren, uvm. ermöglicht werden Kontakte zu knüpfen, Verbindungen herzustellen, Netzwerke aufzubauen und Projekte aufzuziehen. Es geht um die „Vernetzung von Schule, Bildung und Forschung für Einsteiger, Interessierte und Netzwerker“. Gewusst wie – heißt die Devise. Und auch wenn sich die Community noch im Aufbau befindet, lohnt sich der Blick!