Was ist ein guter Unterrichtsentwurf? Die Frage stellen sich nicht nur verzweifelte Lehramtsstudenten jedes Mal aufs Neue, wenn sie wieder über der schriftlichen Darlegung von Unterricht für ihre nächste Stunde sitzen. Für einen „guten“ Unterrichtsentwurf gibt es keine allgemeingültigen Richtlinien. Verschiedene Schulpädagogen haben Gütekriterien veröffentlicht, fast jedes Fach an der PH hat eine eigene interne Anleitung zum Verfassen eines ausführlichen Unterrichtsentwurfes.
Was rein formal zu einem Unterrichtsentwurf gehört scheint dagegen klar zu sein. Bedingungsanalyse, Sachanalyse, die didaktische Analyse, Methoden und Ziele. Doch fällt es vielen schwer die einzelnen Punkte voneinander zu trennen, zu strukturieren und auch mit den richtigen Inhalten zu füllen.
Zu den Problemen von Studierenden beim formulieren eines ausführlichen Unterrichtsentwurfes habe ich einige Thesen entwickelt:
These 1: Studenten gelingt es nicht zwischen den verschiedenen Textstrukturen des Unterrichtsentwurfes zu unterscheiden und zu wechseln. (Ist die Bedingungsanalyse rein deskriptiv? Die Sachanalyse ein rein „wissenschaftliches Schreiben“? Wo muss ich meine eigene Entscheidungen treffen und vor allem begründen?)
These 2: Der Inhalt eines Unterrichtsentwurfs ist oft unklar. (Was ist eine didaktische Analyse? Was ist der Unterschied zu den Methoden und Zielen?)
These 3: Sinn und Zweck eines Unterrichtsentwurfes fehlen. (Warum und für wen muss ich das Schreiben? Ich weiß doch schon alles!?)
These 4: Studenten orientieren sich bei dem Verfassen eines Unterrichtsentwurfes oft an Beispielen und so werden Fehler übernommen.
These 5: Praktische Erfahrungen fehlen, daraus resultieren Fehleinschätzungen im Entwurf. („Klar bekomme ich das alles innerhalb von 45 Minuten durch.“)
These 6: Das generelle Problem des „leeren Blattes“. Wie bekomme ich das, was ich weiß, aufs Papier?
Wie sind eure Erfahrungen beim Erstellen eines ausführlichen Unterrichtsentwurfes? Was gibt es für Lösungsvorschläge um Studierenden zu helfen?